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Cleaning

Cobotic meets Eco System for Smart Services – vom starren Plan zur Bedarfssteuerung

Reinigungsrobotik ist im Facility Management längst keine Zukunftsvision mehr. Auf vielen Flächen sind autonome Systeme bereits im Einsatz, sie fahren definierte Routen, laden sich selbstständig auf und erledigen ihre Aufgaben zuverlässig im Tagesbetrieb. Auch bei Klüh setzen wir solche Lösungen dort ein, wo sie wirtschaftlich sinnvoll sind – als operative Entlastung und als Effizienzhebel für unsere Kunden.

Die eigentliche Frage hat sich damit jedoch verschoben: Nicht ob Robotik funktioniert, sondern wie intelligent sie in bestehende Serviceprozesse eingebunden ist.

Wenn Automatisierung an ihre Grenzen stößt

Im Rahmen eines Vortrags im Showroom unseres Center of Digital Excellence (CoDE) am EUREF-Campus Düsseldorf hat Matthias Tappen, Digitalisierungs- und Robotikexperte bei Klüh Cleaning, genau diesen Punkt adressiert.

Viele der heute eingesetzten Systeme arbeiten weiterhin nach einem festen Schema. Ein Reinigungsroboter startet beispielsweise täglich zur gleichen Uhrzeit – unabhängig davon, wie intensiv eine Fläche tatsächlich genutzt wurde. Ob am Vortag eine Veranstaltung stattgefunden hat oder ob der Bereich kaum frequentiert war, spielt dabei keine Rolle.

Die Technologie funktioniert zuverlässig, bleibt in ihrer Logik jedoch zeitbasiert. Damit entsteht zwar Automatisierung, aber noch keine echte Bedarfsintelligenz.

Robotik: Dynamik braucht Kontext

Die Grenzen dieses Ansatzes zeigen sich im operativen Alltag deutlich. Ein Roboter kann nicht erkennen, ob ein Eingangsbereich durch eine hohe Besucherfrequenz stärker verschmutzt wurde. Ebenso wenig berücksichtigt er saisonale Effekte wie Streusalzeintrag im Winter oder kurzfristige Belastungsspitzen durch Events.

Zwar lassen sich viele Geräte bereits manuell steuern oder über vordefinierte Routen und Dockingstationen betreiben. Technologisch ist das ausgereift, strategisch bleibt der Ansatz jedoch starr. „Automatisierung allein ersetzt noch keine Intelligenz“, so die klare Einordnung von Matthias Tappen. Entscheidend ist deshalb nicht das einzelne Gerät, sondern die Frage, wie es in ein übergeordnetes System eingebunden ist.

Vom Zeitplan zur intelligenten Steuerung

Genau hier setzt das Eco System for Smart Services an. Ziel ist es, Reinigung nicht mehr nach festen Zeitintervallen zu organisieren, sondern entlang realer Bedarfe zu steuern. Die Grundlage dafür bilden unterschiedliche Datenquellen: Sensoren, digitale Ticketsysteme und Service Calls liefern Hinweise darauf, wann und wo ein Einsatz tatsächlich erforderlich ist. 

Ein Beispiel aus der Praxis: Registriert ein Sensor eine erhöhte Frequenz in einem Eingangsbereich, wird automatisch ein Servicebedarf ausgelöst und im System dokumentiert. Die Objektleitung kann den Einsatz anschließend remote freigeben, woraufhin der Roboter nicht mehr zu einer festgelegten Uhrzeit startet, sondern genau dann, wenn der Bedarf tatsächlich entstanden ist.

„Der Roboter selbst erkennt diesen Bedarf nicht. Die Intelligenz entsteht erst durch die Schnittstelle“, beschreibt Tappen diesen Mechanismus. Damit wird deutlich: Der eigentliche Wandel liegt nicht in der Hardware, sondern in der Plattformlogik dahinter.

Cobotic: Zusammenarbeit statt Ersatz

Diese Entwicklung verändert nicht nur Prozesse, sondern auch das Rollenverständnis im Facility Management. Robotik ersetzt keine Mitarbeitenden, sondern verändert Aufgabenprofile. „Wir wollen keine Menschen ersetzen, sondern neue, sinnvoll ergänzende Arbeitsplätze schaffen“, lautet einer der zentralen Gedanken.

Unter dem Begriff Cobotic – also kollaborative Robotik – entsteht ein Modell, in dem Mensch und Maschine eng zusammenarbeiten. Roboter übernehmen repetitive, körperlich belastende Tätigkeiten. Die Steuerung, Überwachung und Qualitätssicherung bleiben beim Menschen. Gerade vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels entsteht so ein struktureller Vorteil: operative Entlastung bei gleichzeitig stabiler oder sogar gesteigerter Servicequalität.

Nachhaltigkeit wird messbar

Ein weiterer zentraler Aspekt ist die Nachhaltigkeit. Der ökologische Mehrwert entsteht nicht allein durch den Einsatz von Robotik, sondern durch deren digitale Steuerung.

Über integrierte Dashboards lassen sich Wasser-, Energie- und Reinigungsmittelverbrauch präzise erfassen und auswerten. Damit wird Ressourceneinsatz nicht nur effizienter, sondern erstmals auch transparent und nachvollziehbar steuerbar.

Die nächste Entwicklungsstufe liegt in der vollständigen Integration in das Eco System for Smart Services. Dadurch entstehen konsistente, auditfähige Datenstrukturen, die auch für ESG-Reporting und Nachhaltigkeitskennzahlen genutzt werden können.

Systemintelligenz statt Einzellösung

Der entscheidende Hebel liegt nicht in der einzelnen Technologie, sondern in ihrer Verbindung. Erst wenn Sensorik, Plattformlogik, Ticketing und Robotik zusammenspielen, entsteht ein geschlossener Steuerungskreislauf aus Bedarfserkennung, Auslösung, Durchführung und Dokumentation.

Damit verändert sich der Blick auf Reinigung grundlegend: weg von statischen Zeitplänen hin zu dynamisch gesteuerten Servicesystemen. Nicht der Roboter allein bestimmt die Zukunft der Reinigung – sondern das Zusammenspiel von Daten, Technologie und Mensch. Und genau an dieser Schnittstelle setzen wir bei Klüh an.

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Glasfassade mit Spiegelung des Rheinturms

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