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Catering

Vom Kühlschrank zu digitalen Lösungen in der Gemeinschaftsverpflegung

Der Moment ist vielen vertraut: Im Kühlschrank steht ein Joghurt, dessen Mindesthaltbarkeitsdatum bereits überschritten ist. Im Obstkorb liegen sehr reife Bananen, im Gemüsefach wartet ein angebrochener Salat auf seine Verwendung. Was eigentlich noch genutzt werden könnte, landet häufig im Müll – weil Lebensmittel vergessen, falsch eingeschätzt oder zu großzügig eingekauft wurden.

Lebensmittelverschwendung entsteht oft im Kleinen und beginnt im Alltag. Gleichzeitig zeigt sich das Thema auch in deutlich größerem Maßstab – etwa in der Gemeinschaftsverpflegung, wo täglich große Mengen produziert und ausgegeben werden. Der bewusste Umgang mit Lebensmitteln ist deshalb eine Aufgabe, die alle Bereiche betrifft: vom privaten Haushalt bis zur professionellen Küche.

Mindesthaltbarkeitsdatum ist nicht gleich Verbrauchsdatum

Ein häufiger Grund für unnötige Lebensmittelabfälle im privaten Haushalt ist die Unsicherheit beim Blick auf das Datum auf der Verpackung. Dabei gibt es einen wichtigen Unterschied zwischen Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) und Verbrauchsdatum.

Die folgenden Hinweise beziehen sich ausschließlich auf den Umgang mit Lebensmitteln im privaten Haushalt. In der Gemeinschaftsverpflegung gelten aufgrund lebensmittelrechtlicher Vorgaben, strenger Hygienestandards und eigener Qualitätsanforderungen klar definierte Prozesse für Lagerung, Verarbeitung und Ausgabe.

Das Mindesthaltbarkeitsdatum gibt an, bis wann ein Lebensmittel bei richtiger Lagerung seine typischen Eigenschaften wie Geschmack, Geruch und Konsistenz behält. Viele Produkte sind auch nach Ablauf dieses Datums noch problemlos genießbar – beispielsweise Nudeln, Reis, Mehl, Konserven oder zahlreiche Milchprodukte. Hier lohnt sich ein genauer Blick: Sieht das Produkt normal aus? Riecht es wie gewohnt? Ist alles unauffällig, kann häufig auch eine kleine Kostprobe helfen.

Anders verhält es sich beim Verbrauchsdatum. Es findet sich vor allem auf leicht verderblichen Lebensmitteln wie Fisch, Fleisch oder frischer Wurst. Diese Produkte sollten nach Ablauf des angegebenen Datums nicht mehr verzehrt werden, da gesundheitliche Risiken bestehen können.

Wer diesen Unterschied kennt, kann im privaten Haushalt viele Lebensmittel retten, ohne dabei Kompromisse bei der Sicherheit einzugehen.

Reste sind kein Abfall, sondern eine Ressource

Ein Bild von einer Köchin die lächeln ein Gastro Tablett voller Gemüse und Obst reste anhebt. Im Hintergrund ist das Orbisk Food Waste KI-Gerät

Viele Lebensmittel werden nicht entsorgt, weil sie verdorben sind, sondern weil ihnen keine weitere Verwendung mehr zugetraut wird. Dabei lassen sich zahlreiche Reste kreativ weiterverwenden.

Sehr reife Bananen eignen sich beispielsweise hervorragend für Smoothies, Bananenbrot oder Desserts. Aus einzelnen Gemüseresten wie Karotten, Paprika oder Zucchini können Suppen, Eintöpfe oder Ofengerichte entstehen. Auch trockenes Brot muss nicht im Müll landen, sondern kann zu Croûtons, Brotsalat oder Paniermehl verarbeitet werden.

Hilfreich ist es, Resteverwertung bewusst in den Alltag einzubauen – etwa durch einen festen „Restetag“, an dem vorhandene Lebensmittel gezielt aufgebraucht werden. So wird aus vermeintlichen Überbleibseln eine geplante Mahlzeit.

Weniger Lebensmittel verschwenden beginnt beim Einkauf

Ein großer Teil der Lebensmittelabfälle lässt sich vermeiden, bevor sie überhaupt entstehen. Wer bedarfsgerecht einkauft, schafft die wichtigste Grundlage.

Ein grober Wochenplan hilft dabei, Mengen realistischer einzuschätzen: Welche Mahlzeiten werden tatsächlich benötigt? An welchen Tagen wird außer Haus gegessen? Welche Lebensmittel werden regelmäßig verbraucht?

Auch im Kühlschrank spielt Organisation eine wichtige Rolle. Produkte, die bald aufgebraucht werden sollten, gehören nach vorne. Neu gekaufte Lebensmittel können nach hinten einsortiert werden – nach dem Prinzip „First in, first out“. Reste sollten möglichst sichtbar gelagert und gegebenenfalls mit einem Datum versehen werden.

Viele kleine Routinen helfen dabei, Lebensmittel länger zu nutzen und unnötige Abfälle zu vermeiden.

Food Waste in der Gemeinschaftsverpflegung: Daten schaffen Transparenz

Was im privaten Haushalt funktioniert, ist in der professionellen Gemeinschaftsverpflegung deutlich komplexer. Dort müssen Küchen täglich große Mengen planen, produzieren und ausgeben – bei gleichzeitig wechselnder Nachfrage und hohen Anforderungen an Qualität, Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit.

Eine zentrale Herausforderung: Häufig lässt sich zwar feststellen, wie viel Abfall entsteht. Entscheidend ist jedoch die Frage, warum Lebensmittel weggeworfen werden. Genau hier schaffen digitale Lösungen neue Möglichkeiten.

Klüh Catering nutzt KI-gestützte Waste-Management-Systeme, um Lebensmittelverluste systematisch zu erfassen und Ursachen sichtbar zu machen. Die Mitarbeitenden entsorgen Lebensmittel dabei wie gewohnt. Währenddessen erkennt eine Kamera mithilfe künstlicher Intelligenz automatisch, um welche Lebensmittel es sich handelt, etwa Gemüse, Fleisch, Beilagen oder Backwaren. Gleichzeitig werden Menge bzw. Gewicht und der Zeitpunkt der Entsorgung erfasst.

Eine Köchin steht vor dem KI-gestützten Food Waste Gerät Orbisk. Sie hält ein Tablet mit Obst und Gemüse Abfällen in ihren Händen

Die KI ordnet die erfassten Lebensmittel automatisch Kategorien zu und erstellt daraus eine strukturierte Auswertung. So entfällt die aufwendige manuelle Dokumentation, und die Daten stehen für die weitere Analyse zur Verfügung.

Früher war für eine Küche vor allem sichtbar, dass beispielsweise an einem Tag 35 Kilogramm Lebensmittel entsorgt wurden. Durch die digitale Analyse lässt sich heute genauer nachvollziehen, welche Lebensmittel betroffen sind und wann die Abfälle entstehen. Über einen längeren Zeitraum werden dadurch auch wiederkehrende Muster sichtbar.

Diese Erkenntnisse helfen dabei, gezielt gegenzusteuern: Produktionsmengen können besser an den tatsächlichen Bedarf angepasst, Rezepturen oder Portionsgrößen überprüft und Speisepläne optimiert werden. Auch Buffets können bedarfsgerechter nachgefüllt oder Lebensmittel gezielter weiterverwertet werden. Die KI kann dabei Handlungsbedarf erkennen und entsprechende Maßnahmen vorschlagen.

Wie groß der Effekt sein kann, zeigen Erfahrungen aus einzelnen Betrieben: In einem Betrieb konnten die Pommes-Abfälle um 63 Prozent reduziert werden. In einem anderen sank die Menge der Lebensmittelabfälle pro Gast um 59 Prozent. In einem weiteren Betrieb gingen die Lebensmittelabfälle pro Tischgast von 69 auf 28 Gramm zurück.

Nachhaltigkeit wird messbar

Ein Bild von einer Person in der Küche, auf dem Tisch liegen viele Gemüse und Obst Sorten sowie ein Schneidebrett und Messer. Die Person hält eiin Tablet in der Hand und sieht sich eine Auswertung an.

Der Einsatz digitaler Lösungen zeigt, dass Food Waste kein unvermeidbares Ergebnis großer Küchenprozesse sein muss. Durch eine bessere Datenbasis lassen sich Lebensmittelverluste reduzieren, Ressourcen schonen und Abläufe effizienter gestalten.

Küchen können dabei auch individuelle Verbesserungsziele festlegen und deren Entwicklung über einen längeren Zeitraum verfolgen. So lässt sich beispielsweise überprüfen, ob eine Anpassung der Produktionsmenge oder der Portionsgröße tatsächlich dazu führt, dass weniger Lebensmittel entsorgt werden.

Die Erfahrungen aus einzelnen von Klüh Catering betreuten Betrieben zeigen, dass sich auf diese Weise deutliche Reduzierungen erreichen lassen.

Damit wird deutlich: Weniger Lebensmittelverschwendung beginnt mit Bewusstsein – und wird durch intelligente Prozesse und digitale Technologien in der Gemeinschaftsverpflegung konsequent weitergeführt.

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